Sonntag, 31. August 2008

Casino-Action in Warnemünde

Da die Eindrücke noch recht frisch sind, schreibe ich sie direkt nach meiner Ankunft aus Warnemünde hier nieder.
Dieses Wochenende fand in der Spielbank Warnemünde ein Dealerturnier statt, das ursprünglich nur für Dealer vorgesehen war. Da aber die maximal 108 Teilnehmer so nicht erreicht werden konnten, wurden alle zugelassen. Letztlich waren es 103 Teilnehmer. Das Turnier hatte ein 100€ Buy-In und es war ein Rebuy möglich, sobald man seinen Startstack unterschritten hatte, aber kein Add-On. Das Turnier wurde an zwei Tagen gespielt und die Blindstruktur war dementsprechend sehr gut. 4000 Startstack und los ging's mit 10/20, dann jeweils 25 Minuten Blindlevel. Die Schedule sah dann für den ersten Tag so aus:
10/20
20/40
30/60
40/80
- 30 Minuten Dinner Break I -
50/100
100/200
150/300
200/400
- 30 Minuten Dinner Break II -
250/500
300/600
350/700
400/800

In den Dinner-Breaks gab es ein sehr gutes Buffet inklusive, da konnte man wirklich nicht meckern, von Antipasti bis Dessert war alles sehr gut. Aber nun zur Pokeraction.
Ich habe versucht möglichst schnell mein Rebuy zu nehmen und nach 5 Händen ist es mir dann auch gelungen, indem ich 62o gegen einen Raise gecallt habe ;) Ansonsten hatte ich am ersten Tag nicht viel zu lachen, weil mich ein Bluff fast meinen ganzen Rebuy-Stack, also knapp 4000 Chips gekostet hat. Bei Blinds von 50/100 raist der SB meinen BB und ich defende mit JTo. Der Flop kommt 7-7-6 und er contibettet 300 und ich calle. Am Turn kommt eine gute Karte für mich: 7-7-6-5. Er checkt wie erhofft und ich spiele 500 an. Leider callt er und ich kann ihn hier eigentlich nur auf TT bis 88 setzen. Der River bringt das Ass: 7-7-6-5-A. Ich halte das für eine ziemlich gute Karte meinen Bluff zu vollenden und setze 1200. Doch leider callt er mit 99, was etwas unverständlich für mich war, aber vielleicht hätte ich bedenken sollen, dass er noch seinen Rebuy offen hatte. Viel konnte ich nicht mehr reißen, aber ich habe es geschafft noch auf 8100 Chips am Ende des ersten Tages hochzukommen, war damit aber ganz klar einer der Shortstacks. Sören erging es leider schlechter, er schied bereits an Tag 1 aus, aber ich vermute, man wird auf seinem Blog davon lesen können. Robert dagegen hatte einen richtig perfekten Start hingelegt und war nach Tag 1 ohne Rebuy Chipleader mit über 40000 Chips!
Tag 1 war so gegen 1 Uhr etwa beendet und wir haben die letzte Stunde, in der das Casino noch offen war genutzt, um BlackJack zu spielen. Das Minimum war 2€, also perfekt, um ein wenig Spaß zu haben. Und sie spielen dort noch mit Schlitten, aber ich war die meiste Zeit zu faul, um Karten zu zählen ;)
Tag 2 sollte um 15 Uhr beginnen, aber hier erstmal der Timetable:

400/800
500/1.000
600/1.200
700/1.400
20 Minuten Pause
800/1.600
900/1.800
1.000/2.000
30 Minuten Pause
MultipleWinner Race for Chips (100er auf 500er)
1.500/3.000
2.000/4.000
2.500/5.000
20 Minuten Pause
3.000/6.000
4.000/8.000
5.000/10.000

43 Teilnehmer waren verblieben und mit 10 BigBlinds musste ich verständlicherweise etwas unternehmen. Und ich kann euch sagen: Ich habe einen Traumstart hingelegt. Es war bereits das erste Blindlevel, ich geh UTG+1 mit ATs All-In und hinter mir pusht FettiFettsau (ein Spieler, den wir nur zu gut vom Potsdamer Platz kannten) All-In. Ich hatte mir gewünscht, dass ich gegen ihn verdopple und ihn dadurch buste und am liebsten wäre ich dabei Underdog gewesen. Und tatsächlich: Er hält AKs und ich hitte die T direkt am Flop. Er ist zwar noch nicht busto, aber hat noch 900 Chips left. Arrividerci FettiFettsau! Mit 17k Chips war ich beim Average oder etwas darunter angekommen und fühlte mich schon sehr viel wohler. Direkt nach der ATs Hand bekam ich UTG Jacks und konnte die Blinds abgreifen. Die nächste Keyhand gab es ein Blindlevel später: Ich bekomme wieder UTG+1 44 und raise auf 2,5k an. Der BigBlind bezahlt und wir sehen den Flop: 4-K-6...Jackpot! Er checkt und ich tu es ihm gleich. Turn: 4-K-6-A. Ich weiß nicht so recht, ob das jetzt eine gute Karte oder eher ein Actionkiller ist, aber er checkt und callt meine 3000er Bet. Der River bringt: 4-K-6-A-T. Er checkt und ich setze 6000, die er relativ schnell callt, obwohl er danach nur noch knapp 3k left hat, und zeigt mir AJ. Nettes Payoff auf jeden Fall für mein Set. Nun hatte ich 40k Chips und damit sogar mehr als Robert, der auf knapp über 30 abgefallen war. Ich war voll entspannt und da ich Chipleader an meinem Tisch war, konnte ich auch gut stealen. Durch diese Steals und einen All-In-Call im BB mit K3o gegen die gepushten 78s konnte ich meinen Stack weiter vergrößern. Am Button finde ich bei 1200er Blinds AcQc und der BB pusht nach meinem Raise All-In mit nicht viel mehr Chips und mein Hand hält gegen sein 7c3c durch. Ich bin bei etwa 55k und es läuft halt. Nach dem Break war Robert mittlerweile an meinen Tisch gemovet worden und gegen ihn konnte ich noch ein paar Chips gewinnen, als er UTG einen Gayraise ansetzte, um den Spieler am Button, der nicht mehr ganz 2 Blinds hatte, zu involvieren. Ich musste gezwungenermaßen aus dem BB callen mit 52s. Der Flop: Ad-3d-4d. Erstmal nice, ich habe die Straight, aber das Board ist leider three-suited. Ich checke und Robert setzt 4000. Er hat nicht so viel weniger Chips als ich und ich habe daher wenig Lust zu check/raisen, also calle ich nur. Der Turn bringt eine schwarze Queen. Ich checke wieder und Robert mit. Der River pairt die 3. Ich spiele 9000 an und nach längerem Zögern macht Robert den schlechten call mit A8, kein Diamond. Sein Fehler war mein Profit und so hatte ich knapp 70k und war damit knapp bei doppeltem Average.
Wir waren runter auf zwei Tische, aber nur der FinalTable mit 9 Leuten sollte im Geld sein. Am neuen Tisch gab es viele neue Gesichter, an die ich mich erstmal gewöhnen musste, aber ein paar Steals gingen durch, ein paar nicht, es lief so lala. Dann kam eine unschöne Hand: Der Cutoff raist auf 7k bei 1k/2k Blinds und ich finde im SB 88. Ich habe eigentlich sofort gedachte, gewusst, dass ich das reraisen muss, die Hand ist einfach zu stark, also 20k reingestellt. Nach 3 Minuten geht er All-In und ich muss für 12k callen. Er hält JJ und gewinnt. Ich bin runter auf ca. 30k, knapp unter Average. Und dann kommt es zur Keyhand: 15 Spieler noch im Turnier und ich finde JJ UTG. Ich raise auf 5k und nach 4 Folds geht der CO insta-All-In mit 30k, also in etwa allem, was ich habe. Zusätzlich callt der shorte BB noch den All-In. Ich habe 2 Minuten oder so überlegt, aber konnte beim besten Willen keinen Grund finden, warum meine Jacks nicht die beste Hand sein sollten. Also habe ich gecallt und tatsächlich: Der Reraiser zeigt 77 und der BB 66 :)
Das Board kommt: T-7-K-6-Q und ich scheide als 15. aus dem Turnier aus, das immerhin 5000€ für den ersten Platz bereit hielt :(
Natürlich war ich gefrustet über den Bad Beat in so einer entschiedenden Phase. Mit dem verdienten Sieg dieser Hand wäre ich auf knapp 100k gewesen und wohl einer der Chipleader und wäre vermutlich locker in Geld gekommen mit guten Chancen auf obere Platzierungen. Aber that's Poker und zu allem Überfluss hat die Sunset-Strip-Nulpe auch noch den zweiten Platz im Turnier gemacht. Leider erging es Robert ähnlich mies und er bustete als 12., noch knapper vorm Geld.
Da war es 19 Uhr und der Abend war noch lang. Sören war noch im 50€ Turnier, das 17 Uhr gestartet hatte, aber da konnte ich mich nicht mehr einkaufen, also habe ich erstmal 650€ von meiner Neteller-Card gezogen, um bewaffnet zu sein. Dann bin ich noch ein wenig an der Luft gewesen, um ein bisschen abzukühlen, was bei dem schönen Wetter nicht ganz so leicht war. Bald ging dann ein 1/2 NL Hold'em Cash Game Tisch auf und ich setzte mich mit 200€ ran. Am Anfang waren wir nur zu fünft und haben auch nur bisschen rumgeplänkelt. Der Tisch füllte sich langsam und dann kam auch Sören dazu, der leider aus dem 50er Turnier auch ausgeschieden war. Die erste nette Hand im Cashgame für mich war AQo. Es gibt zwei Limper, ich raise auf 14, hinter mir ein ColdCall und beide Limper callen. Der Flop kommt: 6c-Qx-8c. Zwei checks, ich spiele 50€, ein Fold und der erste Limper geht All-In. Ohne großes Zögern calle ich und er zeigt mir den Flushdraw. Meine Queens halten durch, zack verdoppelt. Gegen den gleichen Gegner, nur wenig später, vielleicht eine halbe Stunde: Ich raise JJ und bekomme wieder ein paar caller. Der Flop kommt T high, ich spiele wieder fast Potsize an und wieder der gleiche Spieler geht All-In. Obwohl ich keinen Backdoorflushdraw auf dem 2-suited Board habe, habe ich keine Lust gegen den Gegner, der womöglich auf Tilt gegen mich ist, wegzulegen und calle. Er zeigt diesmal nicht nur einen Flushdraw, sondern dazu noch einen Double-Belly-Buster. Aber wieder hält mein Pärchen und da hatte ich dann auf einmal 600€ am Tisch. Danach passierte erstmal nicht viel. Robert war inzwischen am BlackJack zusammen mit mehreren Jack Daniel's, die ihm immer wieder hallo sagten und Sören und ich amüsierten uns über sein Trashtalking mit den Dealern und begutachteten währenddessen die weiblichen Schönheiten unter Dealern und Gästen. Das war echt irgendwie total chillig und hat sehr viel Spaß gemacht. Nachdem ich dann irgendwie vier Stunden nicht im Cashgame bekommen habe und 150€ gedroppt war, bin ich aufgestanden, um noch die letzten 45 Minuten, die der BJ-Tisch offen hatte, zu nutzen. Da konnte ich ein wenig Plus einfahren, aber nicht nennenswert. Dann war es 2 Uhr und das Klassische Spiel machte zu, allerdings war für diesen Abend "Pokern bis zum Morgengrauen" vorgesehen. Das hieß, es sollte bis 6 Uhr gepokert werden und danach gab es noch kostenloses Frühstück für alle, die so lange durchhielten. Ich setze mich also an einen anderen Tisch, wo nur 5 Leute saßen, mit 200€. Es dauerte nicht lange, da fragte einer, ob wir nicht Omaha spielen wollten und wir einigten uns dann darauf zu viert jeweils eine Tischrunde NL Texas Hold'em und eine Runde Pot-Limit Omaha Hi-Lo zu spielen. Das war sehr cool und es gab auch die schönste Hand des Abends beim PLO. Ich bin im BigBlind und gucke auf As8sAdTd. Alle limpen und ich machen den Pot daraus und alle callen. Der Flop bringt: 8d-Ks-Js. Ich halte also das Paar Asse mit einem Paar Achten als unwichtigen Zusatz und dem Nutflushdraw. SB checkt, ich spiele Pot und nur der SB callt. Der Turn bringt: 8d-Ks-Js-6d. Was für eine coole Karte, ich habe nun beide Nutflushdraws. Das einzige, das meine Hand schmählert, ist der fehlende Lo-Draw. Ich spiele wieder den Pot und der SB callt erneut. Der River bringt: 8d-Ks-Js-6d-2s. Einerseits eine tolle Karte, weil ich die Hi-Hand sicher habe, aber leider auch blöd, falls mein Gegner nun ein Lo gecatcht hat. Er geht auch All-In, ich calle, aber er hat nur den Q-High-Flush und ein gebustetes 2-7 Lo, zusätzlich hatte er noch einen OESD am Flop :) Der Pot war nette fette 480€.
Dann waren wir irgendwann nur noch zu dritt und hatten da keine Lust auf PLO und NL Hold'em, also warum nicht Fixed Limit? :) Und los ging's: Ein Runde Limit Hold'em, eine Runde Limit Omaha Hi, 5/10 jeweils. Das hat auch gut Spaß gemacht. Gegen 5 Uhr kamen dann einige aus 'nem Club zurück, volltrunken und gut gelaunt an unserem Tisch. Der Dealer wollte dann das Spiel abbrechen, weil alle so laut waren, immer falsch gesetzt haben, weil sie Limit noch nie gespielt haben, und ihn offenbar genervt haben, aber die Saalleitung gab uns allen noch eine Chance und die Dealerin, die dann kam, kam mit der Situation auch besser zurecht. Also haben wir tatsächlich bis 6:15 Uhr gespielt, ich konnte noch paar nette Pötte ziehen und war am Ende 450€ für den Abend vorn. Dann hatig gefrühstückt, um noch 3 Stunden Schlaf abzukriegen, bevor wir das Zimmer räumen mussten.
Das war das Wochenende und es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Einzig die vielen Quallen in der Ostsee haben ein ausführliches Bad verhindert, was irgenwie sehr schade war, aber ein wenig am Strand gelegen haben wir vor Turniertag 2 trotzdem :)
Grüße,
dr3dd

1 Kommentar:

vinne hat gesagt…

toller bericht, man ist gleich mitten im geschehen wenn man den text liest.

wir sollten auch mal alle so ein wochenende machen :)